Bolivien Brücke

Comedor Popular Infantil – Sopachuy

 

In dem kleinen Dorf Sopachuy in den bolivianischen Anden arbeiten die Ordensschwestern vom hl. Josef aus Trier seit 1978 und haben 1995 die Notwendigkeit erkannt, für die vielen Kinder, die aus sehr entlegenen Landgemeinden zur Schule kamen, das Projekt Comedor Popular Infantil (Volksküche für Kinder) zu eröffnen.

Diese Einrichtung bietet sozial benachteiligten Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren die Möglichkeit einer täglichen Hausaufgabenbetreuung, eines geregelten Tagesablaufes mit warmen Mahlzeiten und religiöser Erziehung.

Die über 100 Kinder, die diese soziale Einrichtung besuchen, wohnen alle auf dem Land und müssen teilweise bis zu fünf Stunden lange Fußmärsche zurücklegen um am Schulunterricht teilnehmen zu können. Da ihre Familien ihren Lebensunterhalt auf dem Land oder in einer weit entfernten Stadt verdienen müssen, haben die meisten Kinder  keine Möglichkeit  bei ihren Eltern oder Verwandten zu wohnen und gleichzeitig die Schule zu besuchen. Deshalb bieten die Josefsschwestern zusätzlich für  ca. 60 Kinder in der Einrichtung eine Übernachtungsmöglichkeit an. Die übrigen Kinder  übernachten bei  verwandten oder befreundeten Personen in Sopachuy. Vor dem Schulbesuch beginnen alle den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück im Comedor. Nach dem Mittagessen erhalten die Kinder Hausaufgabenbetreuung, die verbleibende freie Zeit bis zum Abendessen wird durch Sport und Spiele attraktiv gestaltet.

Ein Ziel der Ordensschwestern ist es mit ihrer Arbeit die Grundbedürfnisse eines jeden Kindes zu garantieren und speziell mit der Hausaufgabenbetreuung eine gute Schulausbildung zu ermöglichen. Denn viele Eltern sind nicht in der Lage ihren Kindern bei den täglichen Aufgaben zu helfen, da sie selber oft nicht lesen und schreiben können.

Jede Familie muss für die Betreuung und die Versorgung mit geregelten warmen Mahlzeiten einen jährlichen Beitrag entrichten, wenn dies nicht möglich ist können auch Teile der Kosten in Form von Naturalien gezahlt werden. Dies ist für viele Familien häufig der einzige Weg ihre Kinder im Comedor unterzubringen.

Im Comedor lernen die Kinder nicht nur einen guten Umgang miteinander, sondern auch auf ihre Hygiene zu achten. Zähneputzen, Händewaschen vor dem Essen und Duschen ist häufig – auch auf Grund der zu Hause fehlenden Infrastruktur – für viele nicht machbar. Die religiöse Erziehung wird durch den gemeinsamen Besuch der Messfeier und begleitende Katechese gefördert.

Zur Unterstützung der Arbeit der Josefsschwestern helfen auch regelmäßig Freiwillige aus Europa mit und sorgen so für ein abwechslungsreiches Tagesprogramm.