Bolivien Brücke

Land & Leute

Bolivien im Herzen des südamerikanischen Subkontinentes ist ein Land voller Gegensätze.

Mit 1.098.581 qkm  ist es etwa dreimal so groß wie Deutschland, seine 8 Millionen Einwohner entsprechen aber nur ca. einem Zehntel der Bevölkerung Deutschlands.

Oft bezeichnet als Mosaik der Erde vereinigt Bolivien unterschiedlichste geographische und klimatische Merkmale in sich:

Im Westen schneebedeckte Andengipfel und die riesengroße Hochebene des Altiplano in mehr als 4000 m Höhe, tropischer Urwald und Savannen im Osten – und dazwischen fruchtbare Täler, die das kalte und karge Hochland mit dem heißen und meist feuchten tropischen Tiefland verbinden.

Unterschiedlich sind auch die Menschen, die in Bolivien leben: Viele ethnische Volksgruppen prägen die Kultur des östlichen Tieflandes, während auf dem Altiplano die Nachfahren der großen südamerikanischen Hochkulturen, der Aymara- und Inkakultur, zu Hause sind.

Die Aymarakultur hat ihren Ursprung am Titicacasee. Erst kurz vor der spanischen Eroberung erkämpften sich die aus Peru kommenden Inkas die Vorherrschaft über den größten Teil des bolivianischen Hochlandes und erklärten sich zu den legitimen Erben der Aymarakultur. Heute noch sind Aymara und Kechua, die Sprache der Inkas, gleichberechtigt benutzte Sprachen neben der Amtssprache Spanisch.

Spätestens seit der Eroberung durch die Spanier prägt ein weiterer Gegensatz das Land: Reichtum und Armut, Ergebnis der Ausplünderung durch die Kolonialmächte. Gold und Silber, später Zinn und andere Erze brachten nur den europäischen Ausbeutern großen Reichtum. Den Bolivianern blieben Arbeit, Armut und koloniale Städte als Erinnerung an die spanische und frühe republikanische Zeit, die noch ganz von den weißen Herren geprägt wurde.

Heute ist Bolivien das Land mit dem höchsten Anteil indigener („indianischer“) Bevölkerung in Südamerika. Es wird immer deutlicher, dass die von europäisch-christlicher Kultur überlagerten indigenen Wurzeln wieder neu ausschlagen und zumindest eine neue Mischkultur, wenn nicht sogar eine mehr indigen geprägte Zukunft bringen werden. Deutliches Zeichen für diese Entwicklung ist die Wahl von Evo Morales zum neuen Staatspräsidenten Boliviens im Jahr 2006, die erste Wahl eines indigenen Präsidenten in Lateinamerika seit 150 Jahren.

Weitere Informationen über Bolivien:

Wikipedia

Auswärtiges Amt

hlk