Bolivien Brücke

Ziele und Rahmenbedingungen

für die Entsendung von Freiwilligen durch den Verein Bolivien-Brücke e.V. nach Bolivien (Stand Aug. 2015)

1. Art, Dauer und Ziele des entwicklungspolitischen Dienstes

Der Verein Bolivien-Brücke e.V. ist anerkannte Entsendeorganisation im Programm weltwärts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Darüber hinaus ist der Verein Mitglied im SDFV des Bistums Aachen (Sozialer Dienst für Frieden und Versöhnung) und ebenso im Qualitätsverbund fid-Netzwerk international QM. Für den Dienst im Rahmen von weltwärts gelten die Kriterien der weltwärts-Richtlinien. Der Dienst nach weltwärts kann grundsätzlich von einer jungen Frau oder einem jungen Mann zwischen 18 und 28 Jahren geleistet werden. Die Dienstzeit in Bolivien beträgt bei uns mindestens ein Jahr; der Dienst soll in der Regel im Juli/ August angetreten werden.

Ein Ziel des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes ist die Mitarbeit in Partnerprojekten, indem dort Hauptamtliche oder einheimische Ehrenamtliche in ihrer Arbeit unterstützt werden. Durch die Mitarbeit der Freiwilligen (FW) kann die Arbeit in den Projekten intensiviert und ggf. um eigene Beiträge der FW bereichert werden. Ebenso geht es darum, dass die FW die Besonderheiten der bolivianischen Kultur kennen lernen, dortige gesellschaftliche und politische Herausforderungen erleben  und ihrerseits einen Einblick in die Kultur und Gesellschaft ihres Heimatlandes geben. Nach ihrer Rückkehr werden sie darin unterstützt, sich an ihren jeweiligen Lebensorten in die entwicklungspolitische Inlandarbeit einzubringen oder die entwicklungspolitische Arbeit des Vereins Bolivien-Brücke aktiv mitzugestalten.

Die Einsatzplätze im jeweiligen Partnerprojekt aufnehmenden Organisation (AO) werden in den gesonderten Ausschreibungen für die jeweiligen Projekte vorgestellt.

2. Voraussetzungen

Für unsere Einsatzplätze gilt: Wir setzen grundlegende Kenntnisse der spanischen Sprache (Niveau A2) bei der Ausreise voraus. Wir erwarten von den Bewerbern physische Gesundheit und psychische Stabilität, Offenheit, Lernbereitschaft, Neugier und Reflexionsvermögen. Ebenso gehen wir von der Bereitschaft der Bewerber aus, sich über die politische und gesellschaftliche Situation in Bolivien schon vorab zu informieren und sich in Bolivien einfühlsam auf Ungewohntes und die Menschen einer fremden Kultur einzustellen.

3. Nach der Auswahl (Vorbereitungszeit in Deutschland)

Nach erfolgreichem Auswahlseminar (1 Tag) ist die Teilnahme am Startseminar (2 Tage) des Sozialen Dienst für Frieden und Versöhnung des Bistums Aachen (SDFV), an den landeskundlichen Vorbereitungen des Vereins Bolivien-Brücke e.V. (3 Tage), am Vorbereitungsseminar bei Volute e.V. (insgesamt ca. 10 Tage) für die FW verpflichtend. Ggf. sollte für projektspezifische Anforderungen auch ein kurzes Praktikum (1-2 Wochen) durchgeführt werden.

Ein Ziel des Freiwilligendienstes ist es, dass nicht nur die FW einen Blick über den Tellerrand werfen und so ihren Horizont erweitern, sondern auch das persönliche Umfeld – Familie, Freunde, Bekannte – an dieser Erfahrung teilhat. Die Freiwilligen bauen daher einen Unterstützerkreis für ihren Freiwilligendienst auf. Durch Zusendung von Freiwilligenberichten während des Aufenthaltes in Bolivien wird so Öffentlichkeitsarbeit für die Arbeit des Projektes gemacht. Darüber hinaus sammeln sie im Unterstützerkreis Spenden. Ziel ist, dass durch den Unterstützerkreis pro Jahrgang und Projekt ca. 2600€ beigesteuert werden. Die Teilnahme am Freiwilligendienst ist aber nicht von der Höhe der eingeworbenen Spenden abhängig. Der Verein Bolivien-Brücke e.V. unterstützt den Aufbau der Förderkreise mit Informationsmaterial und Öffentlichkeitsarbeit. Die Spenden, die durch diesen Freundes- und Fördererkreis eingehen, werden dem Freiwilligendienst sowie der weiteren Projektunterstützung zugeführt.

Jeder FW erhält nach der Auswahl für die Vorbereitungszeit in Deutschland und die Dienstzeit in Bolivien einen persönlichen Ansprechpartner des Vereins für alle persönlichen Fragen und Probleme.

4. Dienst in Bolivien

Der Dienst in Bolivien beginnt mit einer vierwöchigen Eingewöhnung ins Land und zum vertraut Werden mit dem Projekt. Vertiefende Sprachpraxis und landesspezifische Sprachschulung sollen in dieser Einführungzeit den Dienstbeginn erleichtern. Nach etwa vier bis maximal sechs Wochen haben die FW in Abstimmung mit dem Verantwortlichen im Projekt verbindliche Absprachen zur weiteren Mitarbeit zu treffen; Auswertungen finden regelmäßig statt und können zu Korrekturen dieser Absprachen führen. Bei Problemen und zur allgemeinen Reflexion steht dem FW ein örtlicher Ansprechpartner (Mentor) zur Verfügung.

Alles Weitere regelt der jeweilige Dienstvertrag zwischen FW und Entsendeorganisation (EO), der vor Ausreise abgeschlossen wird. Für die Zeit unmittelbar nach der Auswahl wird ein Vorvertrag zwischen dem Verein Bolivien-Brücke e.V. und den FW abgeschlossen, in dem die beiderseitigen Verpflichtungen für diese Zeit festgelegt sind. Während des Dienstes berichten die FW regelmäßig dem Verein, dem Kreis der Freunde und Förderer und weiteren Interessierten über Erlebnisse und Erfahrungen des Dienstes. Die Berichtsform für weltwärts wird geklärt, sobald dazu weitere Informationen bzw. Regeln vorliegen. Die Teilnahme an einem Begleitseminar in Bolivien nach ca. sechs Monaten (jeweils im Januar) ist Teil des Dienstes. Etwa zur Halbzeit des Dienstes, nach dem Begleitseminar, erfolgt in der Regel eine Zwischenauswertung durch ein Mitglied oder einen/ eine Vertreter/in des Vereins Bolivien-Brücke e.V. am jeweiligen Dienstort.

5. Nach der Rückkehr

Nach Ableistung des Dienstes ist ein Abschlussbericht zu erstellen. Die Teilnahme an einem Rückkehrer-Seminar sowie am Auswertungsgespräch mit dem Verein Bolivien-Brücke e.V.  ist verpflichtend. Der Verein Bolivien-Brücke e.V. unterstützt nach Möglichkeit die weitere entwicklungspolitische Arbeit der FW in Deutschland mit Rat und Tat und begrüßt eine aktive Mitarbeit in ihrer eigenen entwicklungspolitischen Arbeit, soweit dies im Rahmen des weiteren Lebensweges und der beruflichen und örtlichen Gegebenheiten der FW möglich ist.

6. Finanzieller Rahmen

Die finanzielle Verantwortung für die Durchführung des Dienstes liegt bei dem Verein Bolivien-Brücke e.V. und den jeweiligen örtlichen Trägern. Die Flug- und Seminarkosten trägt der Verein Bolivien-Brücke. Die  FW erhalten während des Dienstes ein monatliches Taschengeld (bei weltwärts 100,00 €). Unterkunft und Verpflegung erfolgt in Absprache mit dem jeweiligen Projekt, werden aber durch den Verein Bolivien-Brücke e.V. abgesichert. Für eine ausreichende Versicherung der FW sorgt ebenfalls der Verein  Bolivien-Brücke e.V. Darüber hinaus gibt der Verein den FW allgemeine organisatorische Unterstützung (z.B. für Visum, Flug, Sprachkurs). Die FW sind verpflichtet, daran aktiv mitzuwirken.